Ich bin doch (nicht) blöd!

Ich bin doch nicht blöd. Geiz ist geil. Nur nackt ist billiger. 1 Million Flüge um € 5,–.

Sparen. Sparen. Sparen. Noch nie haben Discounter unser Leben, insbesondere unsere Kaufgewohnheiten,  so stark dominiert wie derzeit. Diese Sucht nach „billigem Einkaufen“ hat seinen Preis: Wir verzichten immer mehr auf Service und Qualität, auch in der zwischenmenschlichen Kommunikation, z.B. zu den VerkäuferInnen in den Geschäften.

Wir lassen uns von Möbeldiscountern dazu nötigen, billige Bausatz-Regale, selbst aus dem Lager zu holen, diese dann zur Kasse zu schieben, selbst nach Hause zu bringen und dann auch noch selbst aufzustellen. Nur weil wir (glauben) billiger gekauft (zu) haben.

Sehr oft glauben wir es nur! Zusätzliche Gebühren, die wir auf den ersten Blick nicht als solche erkennen, verteuern unsere „Strapazen“ dann doch. So ist es dann nicht verwunderlich, wenn eine Billigfluglinie ernsthaft überlegt, eine Bordtoilette mit Kreditkartennutzung einzuführen (Nutzung ist nur möglich, wenn man vorher bezahlt!?!?!?).

Doch es gibt ihn schon, den Trend wieder zurück zu mehr Serviceorientierung der Konsumenten. So entstehen in deutschen Dörfern immer mehr Tante-Emma-Läden. Obwohl in den letzten zehn Jahren mehr als 20.000 Lebensmittelläden in Orten mit weniger als 5000 Einwohnern zugesperrt haben, sperren jetzt wieder zunehmend neue kleine Geschäfte auf. Es kommt zu einer Renaissance des Greißlers ums Eck.

Ein lebendiger Marktplatz für Produkte, Leistungen, Informationen, Ideen und Initiativen macht Beispiel: Markt-Treff

Gerade die zwischenmenschliche Kommunikation, die Beziehungsebene mit den VerkäuferInnen, ist es, was die Kunden wieder ganz besonders schätzen. Viele Tante-Emma-Läden übernehmen wieder die Funktion als Nachrichtenbörse im Dorf. Mann kennt sich, man trifft sich, man tauscht sich aus. Und das alles in Zeiten von Facebook, Twitter und Co.

Auch die lokalen Eigenmarken aus der Umgebung, natürlich Bio mit Herkunftsgarantie, stellen einen ganz besonderen Zusatznutzen, dar. Und natürlich nicht zu vergessen das besondere Service. Eine paar persönliche Worte, die Hilfe beim Einpacken, ein Zuckerl für den Nachwuchs und bei einem großen Einkauf auch die Zustellung.

Vielleicht besinnen wir uns doch wieder der guten alten Zeiten mit genau jenen Faktoren, die langfristig, erfolgreiches Verkaufen einfach ausmachen: Vertrauen, Beziehung und Serviceorientierung.

Einkaufskorb

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Aus dem Leben, Nachhaltigkeit

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