„Dienen“ ist Einstellungssache

Hong Kong

Nach etwas mehr als einer Woche finde ich wieder die Zeit einen neuen Blog-Artikel zu schreiben. Eine Woche in der ich sehr viel erlebt habe. Eine Woche in einer anderen Welt.

Meine Frau und ich gönnten uns eine kurze Auszeit. Wir besuchten eine der momentan wohl spannendsten Städte der Welt – HONG KONG.

Natürlich habe ich versucht, diese Stadt aus der Sicht eines „Vertrieblers“ zu betrachten. Denn verkauft wird dort so ziemlich alles was man sich nur vorstellen kann: Markenware, Originale und Fälschungen, Gesundes – Ungesundes, Teures – Billiges, Scharfes – Mildes, Einzigartiges – „Ramsch“ – eine Stadt voller Gegensätze!

Eines war aber überall zu erleben – die fast schon extreme Serviceorientierung aller VerkäuferInnen. Egal ob es sich um die tollsten Markenlevels in phantastischen Markentempeln (wie z.B. Louis Vuitton Store) handelte, oder die einfachen Märkte am Ladies Market. Überall hat man als Kunde das Gefühl extrem „hofiert“ zu werden. In den Markenstores ganz unaufdringlich, am Ladies Market natürlich mit mehr „Nachdruck“.

Jetzt werden Sie natürlich entgegnen, „die wollen einem ja unbedingt etwas Verkaufen“ – no na, natürlich wollen sie etwas Verkaufen. Aber ist das nicht selbstverständlich für Verkäufer? In Österreich und Deutschland leider nur sehr selten. Immer wieder hat man bei uns als Kunde den Eindruck, man ist Bittsteller und muss dankbar dafür sein, dass man etwas Kaufen „darf“.

Dieses Gefühl hatten wir in Hong Kong nie. Die Begeisterung der Menschen, ob in Geschäften, in Hotels oder in Restaurants hat uns fast immer angesteckt.

Ist das die Mentalität dieser Menschen? Oder ist es einfach ihr Verständnis für den Verkauf? Verkaufen heißt „dienen“ und dienen ist eine Einstellungssache jedes Einzelnen.

Vielleicht sollte sich jeder Verkäufer und jede Verkäuferin einmal folgende Frage stellen:

„Bin ich bereit mich in den Dienst des Kunden zu stellen und verspüre ich ein tiefes Bedürfnis, Menschen zu dienen?“

Nach meiner Ansicht, ist es für den nachhaltigen Erfolg eines Verkäufers entscheidend, dass er sich nicht selbst zum Maß aller Dinge macht: „Man muss eine andere Welt als die eigene verstehen und positiv damit umgehen können, dass viele Kunden ganz anders denken als man selbst“.

Jeder Verkäufer verkauft nicht eine Ware, sondern immer nur ein Gefühl. Und dieses Gefühl vermitteln können die Asiaten offensichtlich besser als wir!

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