Wie funktioniert der Markt – einige Vorurteile

Vorurteile bestimmen sehr oft unser Denken! Auf dem Besserwerberblog habe ich ein witziges Beispiel dafür gefunden, wie diese Vorurteile unsere Ansicht zu einem alltäglichen Thema beeinflussen können.

Wie funktionieren eigentlich Märkte?

Eine einfache Frage. Viele Antworten. Hier die Antworten aus unterschiedlicher (Vorurteils-)Sicht:

Kommunistische Weltsicht:
Sie besitzen zwei Kühe. Ihr Nachbar besitzt leider keine. Die Regierung beschlagnahmt beide Kühe und verkauft Ihnen die Milch. Sie stehen stundenlang für die Milch an. Schließlich ist sie sauer.

Sozialistische Weltsicht:
Sie besitzen zwei Kühe. Ihr Nachbar besitzt keine. Die Regierung nimmt Ihnen eine ab und gibt diese Ihrem Nachbarn. Sie werden gezwungen, eine Genossenschaft zu gründen, um Ihrem Nachbarn bei der Tierhaltung zu helfen.

Liberale Weltsicht:
Sie besitzen zwei Kühe. Ihr Nachbar besitzt keine. Na und, mir doch egal?

Kapitalistische Betrachtungsweise:
Sie besitzen zwei Kühe. Sie verkaufen eine und kaufen einen Bullen, um eine Herde zu züchten.

Sozialdemokratische Weltsicht:
Sie besitzen zwei Kühe. Ihr Nachbar besitzt keine. Sie fühlen sich schuldig, weil Sie erfolgreich arbeiten. Sie wählen Leute in die Regierung, die Ihre Kühe besteuern. Das zwingt Sie, eine Kuh zu verkaufen, um die Steuern bezahlen zu können. Die Leute, die Sie gewählt haben, nehmen dieses Geld, kaufen eine Kuh und geben diese Ihrem Nachbarn. Sie fühlen sich rechtschaffen. Udo Lindenberg singt für Sie ein Lied.

Christdemokratische Ansicht:
Sie besitzen zwei Kühe. Ihr Nachbar besitzt keine. Sie behalten eine und schenken Ihrem armen Nachbarn aus Nächstenliebe die andere. Danach bereuen Sie es irgendwie.

Hier einige (köstliche) länderspezifische (Vorurteils-)Ansichten:

Amerikanische Einstellung:
Sie besitzen zwei Kühe. Sie verkaufen eine und leasen sie zurück. Sie gründen eine Aktiengesellschaft. Sie zwingen die beiden Kühe, das Vierfache an Milch zu geben. Sie wundern sich, als eine tot umfällt. Sie geben eine Presseerklärung heraus, in der Sie mitteilen, Sie hätten Ihre Kosten um 50% gesenkt. Ihre Aktien steigen an der Börse.

Japanische Sichtweise:
Sie besitzen zwei Kühe. Mittels modernster Gentechnik erreichen sie, dass die Tiere auf ein Zehntel ihrer ursprünglichen Größe reduziert werden und das Zwanzigfache an Milch geben. Jetzt kreieren sie einen cleveren Kuh-Cartoon, nennen ihn Pok(Kuh)imon und vermarkten ihn weltweit mit Erfolg.

Französische Einstellung:
Sie besitzen zwei Kühe. Sie streiken, weil sie drei Kühe haben wollen. Sie gehen trotzdem in Ruhe gut Mittagessen.

Italienische Sichtweise (mein Favorit):
Sie besitzen zwei Kühe, aber sie wissen nicht, wo sie sind. Während sie sie suchen, sehen sie eine wunderschöne Frau. Sie machen Mittagspause – und viel „amore“.

Deutsche Betrachtungsweise:
Sie besitzen zwei Kühe – und machen alles, was möglich ist. Mittels modernster Gentechnik werden die Tiere re-designed: Sie sind alle blond, können eine Menge Bier saufen, Milch von höchster Qualität geben und 160 km/h laufen. Leider gründen die Kühe eine Gewerkschaft und fordern 13 Wochen Urlaub im Jahr.

Eurobürokratische Sichtweise:
Sie besitzen zwei Kühe. Die EU nimmt ihnen beide ab, tötet eine, melkt die andere, bezahlt Ihnen eine Entschädigung aus dem Verkaufserlös der Milch und schüttet diese dann in die Nordsee.

Britisches Vorurteil:
Sie besitzen zwei Kühe. Beide sind wahnsinnig – Rinderwahn.

Griechischer „Zustand“:
Sie besitzen zwei Kühe. Beide sind orthodox. Sie ernähren sich gesund nach der Kreta-Diät, leben länger, geben keine Milch. Sie starten ein Investitionsprogramm zur Förderderung der Kreta-Diät. Sie erklären den zunehmenden Milchmangel als gesamteuropäisches Problem, was den Bau von Filteranlagen in der Nordsee zur Folge hat, die von deutschen Ingenieuren entworfen werden, die zuvor noch nie was von der Kreta-Diät gehört haben. Man feiert das als klares Zeichen eines zusammenwachsenden Europas. Die Milch aus der Nordsee findet keine Abnehmer, weshalb Brüssel beschließt, die Milch von nun an in die Ägäis zu kippen, was nicht zuletzt auch als Verbesserung der Ökobilanz gefeiert wird.

Haben Sie noch weitere Ideen zu diesem Thema? Führen Sie die Liste der (witzigen) Vorurteile fort! Ich freue mich über Ihre Kommentare.

Tags:
, , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Abgelegt in:
Aus dem Leben, Blog, Fun, Vertrieb

3 Kommentare zu Wie funktioniert der Markt – einige Vorurteile

  1. Frank sagt:

    Vielen Dank für den freundlichen Verweis auf unseren Beitrag.

  2. Gernot sagt:

    Gefaellt mir, dass hier haeufig geschrieben wird.

  3. Ferda sagt:

    Türkische Einstellung:
    Sie hatten zwei Kühe…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.