„Gegen den Mainstream“ – Artikel im FORMAT


Unkonventionelle Strategien und Organisationsformen können Unternehmen helfen, sich in Krisen und rasanten Veränderungsprozessen besser zu behaupten. 

Wie ganz normale, nach allen anerkannten und geltenden üblichen Managementregeln geführte Unternehmen auf krisenhafte Entwicklungen und Markteinbrüche reagieren, lässt sich gerade anhand einer ganzen Reihe von aktuellen Praxisbeispielen studieren. Exemplarisch dafür steht etwa der heimische Faserhersteller Lenzing, der vor wenigen Wochen bekanntgeben musste, dass mehrere Hundert Mitarbeiter wegen eines notwendigen Sparprogramms ihre Jobs verlieren. Kosten sparen – Stellen streichen – das ist die fast reflexartige Reaktion im Management auf negative Veränderungen des wirtschaftlichen Umfelds.

Vor dem Hintergrund solcher Defensivstrategien haben sich zwei erfahrene heimische Unternehmensberater Gedanken darüber gemacht, ob diese Logik wirklich zwingend ist: Hans Bachinger, Geschäftsführer von „Menschen im Vertrieb“, der Unternehmen dabei unterstützt, ihre Umsatzpotenziale auszubauen und so zu wachsen, statt in eine Abwärtsspirale zu geraten, und Reinhard Tötschinger, systematischer Organisations- und Unternehmensberater.

Die beiden Experten kennen und benennen Firmen, die sich von den herrschenden konventionellen Denkmustern gelöst haben und gerade deshalb ihre Krisenanfälligkeit deutlich reduzieren konnten.

Kein Diktat der Kapitalrendite. Genau dem Umstand, dass sie sich gegen die Logik einer Maximierung der Kapitalrendite stellen, schreiben die beiden im Waldviertel verwurzelten Unternehmer und Firmengründer Heini Staudinger und Johannes Gutmann einen Gutteil ihres wirtschaftlichen Erfolgs und ihrer Wachstumsstorys zu: Staudingers Schuh- und Möbelerzeuger GEA entscheidet sich bewusst gegen die rein finanzwirtschaftlich vorteilhafte Auslagerung von Produktionsprozessen zugunsten lokaler Beschäftigung. Gutmanns Bio- und Kräuterlieferant SONNENTOR setzt auf Handarbeit statt Automatisierung, um möglichst viele menschen in der Region an der Wertschöpfung teilhaben zu lassen.

Werft den Kapitän über Bord! Eine der paradoxen Krisenstrategien, zu denen Tötschinger und Bachinger raten, lautet zum Beispiel: Komplexität erhöhen statt reduzieren. Die Alternative heißt mehr interne Kommunikation, um neue Ideen zu generieren.

Dazu ist aber auch ein neues Führungsverständnis nötig. Der Weg aus der Krise führt weg von autoritären, hierarchischen Konzepten hin zu Netzwerken und Kollaboration. Genau das ist auch der Weg von Firmen, wie z.B. Semco und Morning Star.

Vertriebsberater Bachinger hält nicht viel von dem verbreiteten Muster, auf Umsatzverluste mit Spar- und Produktivitätsprogrammen zu reagieren. „Unser Zugang ist den Umsatz wieder zu steigern. Und zwar, indem wir das Unternehmen zu einer sales-driven-company machen, in der jeder Mitarbeiter ein Verkäufer ist“, beschreibt er seinen Beratungsansatz. Auch das ist  wiederum eine Frage der Unternehmenskultur, bei der starkes Hierarchie- und Abteilungsdenken hinderlich sind.

Das Durchbrechen, Verflachen oder gar Auflösen von Hierarchien ist demnach für die meisten der unkonventionellen Ansätze unabdingbar. „In kleinen Unternehmen funktioniert das meist schneller“, erklärt Tötschinger, warum Großkonzerne in dieser Hinsicht eher nicht zu den Vorreitern zählen.

„Schnelle Veränderungen ist nicht Krise, sondern Normalzustand. Und wer sich dafür rüstet, braucht dann auch keine reflexartigen Krisenreaktionen“, so die beiden Berater.

Den gesamten Originaltext dieses Artikels können Sie in der aktuellen Print-Ausgabe Nr. 48/2013 des führenden österreichischen Wirtschaftsmagazins FORMAT nachlesen.

 

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Aus dem Leben, Führungskompetenz, Kommunikation, Mitarbeiterführung, Positionierung, Sales Driven Company, Unternehmensberatung, Vertrieb, VertriebsVorDenker, Zukunft

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