Frauen oder Männer im Vertrieb?

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland ca. 750.000 Stellenanzeigen für Vertriebsprofis und -newcomer ausgeschrieben. Das entspricht einem Anteil von ca. 13 % am Gesamtmarkt. In Österreich dürfte diese Zahl, um den Faktor 10 reduziert, ähnlich sein. 

Die Experten des Karriereportals salesjob.de haben festgestellt, dass dabei nur etwa ein Fünftel der Bewerbungen von Frauen eingereicht wird. Die Quote der ausgeschriebenen Positionen, die dann auch tatsächlich mit Frauen besetzt werden, liegt mit 7 Prozent sogar noch einmal deutlich niedriger. Das zeigt, dass viele das Potenzial von weiblichen Mitarbeitern im Vertrieb noch nicht erkannt haben. Was sind die Gründe? Sind Männer im Vertrieb soviel besser?

Ich glaube nicht! Ganz im Gegenteil, unsere Erfahrungen zeigen, dass gerade so wichtige Fähigkeiten, wie z. B.  Beziehungen aufzubauen oder Empathie, ganz besondere Stärken von Frauen sind.

Im Vertrieb lässt der Vormarsch der Damen allerdings auf sich warten. Immer wieder stehen die Konditionen, die der Vertriebsjob mit sich bringt, in Konflikt mit Aspekten, die Frauen wichtig sind. So sind beispielsweise Kinder und Vertriebsaufgaben schwer in Einklang zu bringen. Auch längere Dienstreisen werden so zur organisatorischen Herausforderung. Weibliche Sales-Profis sind daher oft auf die Unterstützung ihrer Partner (Männer) angewiesen. Viele Frauen bevorzugen außerdem die Arbeit im Team und scheuen sich vor der Tätigkeit allein im Außendienst oder vom Homeoffice aus.

Eindeutige Vorteile für Frauen im Vertrieb

Gerade weil viele Unternehmen noch nicht allzu viele Frauen in der eigenen Mannschaft haben, haben jene, die über weibliche Power  im Vertrieb verfügen, momentan ein „Alleinstellungsmerkmal“ bei ihren Kunden. Achtet ein Unternehmen auf ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis unter den Mitarbeitern, wirkt sich das natürlich auch positiv auf das Image aus. So werden Chancengleichheit und Antidiskriminierung nicht nur behauptet, sondern auch vorgelebt.

„Subjektiv betrachtet sehe ich Frauen tendenziell sogar als erfolgreicher an als Männer“, erklärt salesjob-Geschäftsführer Oliver Saul. „Frauen sind viel zielorientierter und emphatischer in den Kundengesprächen und schaffen es meist, schneller eine gute Gesprächsatmosphäre aufzubauen. Der Kunde sieht lieber ein Lächeln als den verbissenen Gesichtsausdruck, den viele der männlichen Kollegen mit ins Gespräch bringen.“

Jetzt ist noch die Chance für Unternehmen umzudenken

Ein großes Hemmnis für Frauen, sich im Vertrieb zu bewerben, ist die fehlende finanzielle Sicherheit bei stark provisionsabhängigen Gehaltsmodellen. Auch auf Themen wie Work-Life-Balance und Karriere-Perspektiven muss eingegangen werden. Denn natürlich wollen auch Frauen ihre Karriere vorantreiben und Weiterentwicklungsmöglichkeiten wahrnehmen. Beispielsweise helfen dabei noch flexiblere Arbeitszeiten, um den Alltag so zu strukturieren, dass Müttern ausreichend Zeit für die Familie bleibt. Gleichzeitig muss natürlich auch beim Gehalt unbedingt auf Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern geachtet werden.

Vielleicht bewerben sich dann auch mehr Frauen auf attraktive Vertriebsjobs. Wir von Menschen im Vertrieb wünschen es uns!

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