Über 50 und ohne Job – welche Alternative gibt es? z.B. „Jungunternehmer“ werden!

Richtung Pfeil

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Jung, dynamisch, lernwillig, formbar, ehrgeizig, maximal 40. So stellen sich Arbeitgeber den perfekten Mitarbeiter vor.
Mit der Einführung des „Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes“, darf man es zwar so nicht mehr formulieren, weil das diskriminierend wäre. Doch die Wahrheit ist eine ganz andere: Es gibt sie nach wie vor, mehr den je – die Altersdiskriminierung auf dem Arbeitsmarkt – die meisten Unternehmen sprechen darüber aber nur hinter vorgehaltener Hand. Entsprechend schwer haben es Ältere (ab 50) mit ihrer Bewerbung. Denn leider sinken die Jobchancen mit einem 5-er vorne ganz massiv.

Nun, welche Alternative gibt es für die 50-Plus Generation?

Möglicherweise die, ein Unternehmen zu gründen! Dass Unternehmensgründungen wichtig sind, darüber sind sich die Österreicher weitestgehend einig. Sich mit einem eigenen Unternehmen selbstständig zu machen, das ist aber gerade für über 50-jährige leider keine Option.

Wie attraktiv die Rolle der Selbstständigkeit für Österreicher ist, dieser Frage ging eine aktuelle IMAS-Studie nach.

Wie sieht es mit dem Unternehmergeist der Österreicher aus – wie viele würden sich gerne ins Abenteuer Selbstständigkeit stürzen? 25 Prozent aller Befragten (1000 wurden befragt) könnten sich vorstellen, auch selbst Unternehmer zu werden. Aber leider vorwiegend nur Personen unter 35 Jahren, Männer und Akademiker finden den Gedanken an ein eigenes Unternehmen reizvoll. Sechs Prozent sind bereits selbstständig, zehn Prozent der Befragten geben sich unentschieden, 60 Prozent schließen diesen Karriereschritt für sich aus – und da ganz besonders Personen über 50. Wir haben versucht, Gründe die für oder gegen eine Unternehmensgründung sprechen, zu finden und hier darzulegen.

Geld ist auch bei den über 50-jährigen der Grund, der am häufigsten gegen die Selbstständigkeit spricht: Entweder fehlt das notwendige Startkapital oder die Angst vor dem finanziellen Scheitern ist zu groß. Daneben fehlt oft auch die zündende Idee.

Hier sind die Top-Ten Gründe, die laut den Befragten für oder gegen eine Unternehmensgründung sprechen. Für den Schritt zum eigenen Unternehmen spricht vor allem die Tatsache, (endlich) wieder einen Job bzw. wieder eine Aufgabe zu haben.

+ Gründe dafür:
Endlich eine neue Alternative haben
Steigerung des Selbstwertgefühls
Sein eigener Chef sein
Selbstverwirklichung
Unabhängigkeit
Flexibilität
Angemessenes Einkommen
Neue Herausforderungen
Neue Perspektiven

– Gründe dagegen:
Konkursgefahr
Angst, zu scheitern
Zu wenig Startkapital
Wenig Freizeit
Hohe Steuerbelastung
Schlechte Wirtschaftslage
Hohe Kosten
Hoher Arbeitsaufwand

Selbständig? In welcher Branche? Das ist meist die nächste Frage. Die nachfolgenden Vorschläge sind oft nur durch den Schritt in eine Selbstständigkeit realisierbar. Natürlich kommen nicht alle Vorschläge für jeden über 50 in Frage (Ausbildung, Wissen, Erfahrung, etc.). Trotzdem sollten Sie auch den auf den ersten Blick für Sie ungeeigneten Punkten einige Beachtung schenken: Denn vielleicht kommen Sie dadurch auf neue Ideen, die Sie sonst bereits im Vorfeld verworfen und nicht einmal angedacht hätten.

Mögliche Jobfelder für über 50-jährige könnten sein:

  1. Konzepte erstellen: Bei der Erstellung neuer Konzepte auf Grundlage vorhandener Strategien und Vorgaben können erfahrene Mitarbeiter ihre Stärken immer voll ausspielen. Die konkrete Berufserfahrung und das umfangreiche Praxiswissen der Mitarbeiter können wertvolle Impulse für die Entwicklung eines Konzeptes sein.
  2. Strategien entwickeln: Bei der Entwicklung oder Veränderung von Strategien ist die Erfahrung der älteren Mitarbeiter ein ganz großer Vorteil.
  3. Beratungen durchführen: Die Arbeit eines Beraters setzt natürlich, genauso wie die ersten beiden Punkte,  umfangreiches Fachwissen und Kompetenz voraus. Erfahrene Mitarbeiter bringen diese in der Regel mit und können gleichzeitig auf Erfahrungen aus zahlreichen Projekten und Arbeitsabläufen zurückgreifen.
  4. Schulungen abhalten: Wenn sich neben Erfahrung noch didaktische und pädagogische Fähigkeiten gesellen, steht einer Arbeit als Trainer nichts mehr im Wege. Um auch die formalen Voraussetzungen zu erfüllen, sind jedoch oft Qualifikationskurse und Zertifikate notwendig.
  5. Qualitätssicherungen durchführen: Wer viele Jahre mit verschiedenen Arbeitsabläufen betraut war und seine Aufgaben gut erfüllt hat, verfügt in der Regel über ein Gespür für die Qualität der Arbeit. Dieses Gespür in Kombination mit einem – trainierbaren – Blick für Fehler machen erfahrene Mitarbeiter zu einer naheliegenden Wahl im Bereich der Qualitätssicherung.
  6. Leitungsaufgaben übernehmen: Eine Mischung aus Erfahrung, Kompetenz und strukturierter Arbeitsweise macht einige erfahrene Mitarbeiter zu hervorragenden Führungspersönlichkeiten. Vor allem bei selbstbewussten und durchsetzungsfähigen Mitarbeitern liegt der Einsatz in einer Leitungsposition (z. B.: als Interimsmanager) nahe.
  7. Recruitingaufgaben durchführen: Gerade in unterstützender und beratender Funktion können sie für Personalunternehmen oder auch anderen Unternehmen eine große Hilfe sein. Mit den entsprechenden Weiterbildungen ist dann auch eine eigenständige Arbeit in diesem Bereich möglich.
  8. Supervisionen durchführen: Für den Einsatz als Supervisor ist – trotz aller Erfahrung – eine professionelle Weiterbildung meistens zwingend erforderlich. Die Betreuung und Begleitung von Teams lässt sich eben nicht nur auf Grundlage jahrelanger Erfahrung durchführen. Sind die fachlichen Voraussetzungen schon gegeben, steht einer erfolgreichen Arbeit als Supervisor nichts mehr im Wege.
  9. Spezielle Kundenbetreuung anbieten: Die meisten Unternehmen haben spezielle Premium-Kunden, denen sie bestmögliche Betreuung bieten wollen. Für diese Aufgabe sind erfahrene Mitarbeiter (auf selbständiger Basis) – mit Kenntnissen in diesem Bereich – bestens geeignet. Sie verfügen meist neben ihrer Erfahrung auch über das notwendige Auftreten.
  10. Eine Projektkoordination übernehmen: Organisatorisch begabte und erfahrene Mitarbeiter könnten auch in eine selbständige Projektkoordination wechseln. Solange sie auf der strategischen und konzeptionellen Ebene arbeiten, können sie ihre Erfahrung optimal einsetzen.

Diese Jobfelder sind sowohl in der Selbständigkeit (mit einem eigenen Unternehmen – langfristig), auf freiberufliche Art (im Projekteinsatz – kurzfristig), aber auch in einem angestellten Dienstverhältnis möglich. Im Alter von über 50 ist keiner mehr ein unbeschriebenes Blatt. Auf die folgenden Eigenschaften sollte man sich deshalb voll konzentrieren:

  • Auf die eigenen Kontaktnetzwerke,
  • Projekterfahrung,
  • erprobtes Fachwissen,
  • soziale Kompetenzen,
  • oft praktizierte Führungsqualitäten.
Quelle: Karrierebibel.de

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