Luxus entsteht im Kopf – welche Muster liegen dahinter?

Wert und damit auch Luxus entsteht im Kopf – das ist die einfache These des Kreativitätsexperten und Luxusfirmenberaters Mario Pricken. Er erklärt in seinem neuen Buch „Die Aura des Wertvollen“, wie man alltägliche und profane Gegenstände mit einer Aura des Wertvollen, des Besonderen, veredeln kann. Trotzdem muss man gerade dabei die Kunden sehr ernst nehmen.

Ein Kilo Salz kostet bei Hofer oder Lidl ca. 40 Euro-Cent. Für ein Kilo Salz der Marke Sansibar zahlen Kunden gerne mehr als 100 Mal so viel, knapp 60 Euro. Auch eine Flasche Mineralwasser kostet ca. 30 Cent bei Billa oder SPAR. Trotzdem zahlen viele Konsumenten für ein Wasser der Marke „bling H2O“ ca. € 125,–.

Wie kann so etwas funktionieren?

Laut Mario Pricken, gibt es 80 Parameter, die zur Bereitschaft beitragen können, einen sehr hohen Preis zu zahlen, selbst wenn das Produkt sich nicht oder kaum von seinem preiswerten Pendant unterscheidet. Diese 80 Parameter sind in 8 unterschiedlichen Hauptgruppen unterteilt. Diese Hauptgruppen sind:

• Die Entstehung  (NOMOS Uhren – 650 Teile, 6 Monate)
• Die Einzigartigkeit (Ferrari, der limitiert produziert wurde)
• Die Verfügbarkeit (Trüffel aus Motovun)
• Die Zeit (traditionell altes, oder brandneues – Vespa bzw. Apple)
• Der Transfer (Promi, umso näher am Körper, umso besser)
• Die Inszenierung (Red Bull World)
• Das Irrationale (Geige von Stradivari – Mythos)
• Die Funktionalität (Dyson Staubsauger oder Ventilator)
Wert ist laut Pricken keine Täuschung. Eher eine Vereinbarung. Die Menschen treffen Übereinkünfte, was sie als wertvoll ansehen – nur so können Kunstwerke derart astronomische Preise erzielen. Werte entstehen immer durch die Übereinkunft eines Publikums.

Manche der Ratschläge von Pricken lesen sich etwas, unorthodox. „Verbieten Sie Teile Ihres Produkts oder lassen Sie es von anderen verbieten.“ Meinen er das ernst? „Ja natürlich. Noch einmal das Beispiel Red Bull: In Frankreich war es eine Weile verboten. Es wurde ins Land geschmuggelt und so erst zur mythisch aufgeladenen und eine begehrte Ware.“

Zudem bietet sein Buch einen umfassenden Fragenkatalog als Trigger für eigene Ideen, um Produkten jene Aura zu verleihen, die Begehren auslöst. „Die Aura des Wertvollen“ ist gleichzeitig ein Innovationsbuch für kreative Vordenker aus Produktentwicklung, Marketing, Design, Events oder der Kunstbranche sowie Lesestoff für diejenigen unter uns, die wertvolle Dinge schätzen und verstehen wollen, was diese Produkte zu etwas Besonderem macht. Absolut lesenswert!

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Ein Kommentar zu Luxus entsteht im Kopf – welche Muster liegen dahinter?

  1. „Die Größe der Achtung, die man einem Menschen zollt, wird wie der Preis der Ware durch Nachfrage und Angebot bestimmt.“

    Silvio Gesell, 1906

    Wer ein Problem damit hat, muss für eine sozialistische Planwirtschaft plädieren, um die Größe der Achtung, die man ihm zollt, vom „Großen Vorsitzenden“ im Politbüro zu erschleichen. Für solche, die besonders gute Schleimer sind, mag das sogar erstrebenswert sein. Wer aber als freier Mensch sein Leben selbst gestalten will, muss fragen: Warum ist die Nachfrage nach menschlicher Arbeitskraft stets kleiner als das Angebot? Die Antwort findet sich im alten Testament:

    (Lutherbibel 1984 / Genesis_3,15) Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir (der Schlange) und der Frau und zwischen deinem Nachkommen und ihrem Nachkommen; der soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen.

    Das sagt Gott der HERR, nachdem zuerst die Schlange Eva und dann auch Eva ihren Adam zur Erbsünde verführt hat, die darin besteht, sich an der „Frucht vom Baum der Erkenntnis“ zu bedienen. Der Text ist etwa 3250 Jahre alt und für „Normalsterbliche“ nicht zu verstehen. Er soll für das gewöhnliche arbeitende Volk auch gar nicht zu verstehen sein, denn solange niemand wusste, wie die Erbsünde zu überwinden ist (das wusste erst Jesus, mehr als 12 Jahrhunderte später), wäre das Wahnsinn gewesen:

    (Roger Bacon, 13. Jahrhundert) „Derjenige ist wahnsinnig, der ein Geheimnis in jedweder anderen Art niederschreibt als in einer, die es vor den Gewöhnlichen verbirgt und selbst den Gelehrten und ernsthaften Studenten nur mit Mühe sinnhaftig werden lässt.“

    Das heißt nicht, dass Roger Bacon wusste, was die Erbsünde ist, sondern es geht zunächst ums Prinzip. Was das menschliche Zusammenleben im weitesten Sinne betrifft, gab es Geheimnisse, die nur einer kleinen Gruppe von Eingeweihten (esoterischer Kreis) bekannt sein durften, die mit dem Geheimnis umgehen konnten. Das galt insbesondere für das große Geheimnis der Erbsünde, das, wenn es zu früh verraten worden wäre, die Kultur zerstört hätte. Was sich heute „moderne Zivilisation“ nennt, wäre nie entstanden!

    Bedauerlicherweise passierte genau das Gegenteil, d. h. das Geheimnis der Erbsünde wurde nicht verraten, sondern das Wissen um ihre wahre Bedeutung ging auch im esoterischen Kreis verloren. Als der Prophet Jesus von Nazareth nicht nur die wahre Bedeutung der Erbsünde wieder erkannte (Auferstehung), sondern auch als erster Denker in der bekannten Geschichte die einzige Lösung (Erlösung) zur Überwindung dieser „Mutter aller Zivilisationsprobleme“ herausfand, gab es schon seit 500 Jahren niemanden mehr unter den „Pharisäern und Schriftgelehrten“, der etwas verstehen konnte, womit Jesus im Nachhinein betrachtet seiner Zeit um fast 19 Jahrhunderte voraus war.

    Wäre das ursprüngliche esoterische Wissen nicht verloren gegangen, wäre der heutige Stand der Technik schon im 3. oder 4. Jahrhundert erreicht worden, während Massenarmut und Krieg schon genauso lange überwunden und Umweltverschmutzung und -zerstörung niemals Thema gewesen wären. Stattdessen konnte die Erbsünde bis heute nicht überwunden werden:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2017/07/der-wert-des-menschen.html

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