Photoshop & Vertrieb: Warum sich Grafikprogramme lohnen

Bildbearbeitungsprogramme – erst recht solche von professioneller Natur – gehören sicher nicht zu denjenigen Programmen, die man als erstes mit dem Vertrieb in Verbindung bringt. Dennoch lohnt es sich für Sie unbedingt, mit diesen extrem vielfältigen und fähigen Werkzeugen Erfahrung zu haben. Denn sie bieten einiges, was im Vertriebsumfeld gut zu gebrauchen ist.

Photoshop oder …?

Doch, bevor Sie mehr über Gründe für diese Programme erfahren, ist es zunächst notwendig, etwas Definition zu betreiben, welches Programm Sie gebrauchen können.

Wenn man etwas in die Welt der Bildbearbeitung und Grafikerstellung eintaucht, ist es schwierig, nicht mit dem Platzhirsch von Adobe Kontakt zu machen. Photoshop ist in dieser Hinsicht seit vielen Jahrender globale Goldstandard – nicht zuletzt, weil das Programm sehr große Leistungsfähigkeit mit einer guten Usability verknüpft. Es ist definitiv keine Ausbildung nötig, um sich schnell darin zurechtzufinden.

Allerdings ist Photoshop zwar der Platzhirsch, jedoch nicht das einzige fähige Programm. Insbesondere deshalb, weil Photoshop mittlerweile nur noch im Abonnement (aktuell knapp 30 Euro monatlich für Agenturen und KMU) erhältlich ist, rücken Alternativen ins Blickfeld.

Hier muss vor allem das exakte Gegenteil genannt werden, GIMP. Das GNU Image Manipulation Program ist ein ähnlich leistungsfähiges Tool – jedoch mit einem signifikanten Unterschied: dauerhafte Kostenlosigkeit. Denn das Programm ist im Rahmen der GNU-Lizenz so quelloffen, wie es beispielsweise die Wikipedia oder das Linux-Betriebssystem sind. Da es unter der GNU General Public License 3 läuft, darf es zudem im gewerblichen Umfeld genutzt werden – allerdings darf das Programm selbst nicht gewerblich vertrieben oder verändert werden.

Jedoch wird GIMP von vielen als deutlich weniger intuitiv und schwieriger zu erlernen beschrieben. Doch es existieren noch weitere Alternativen. Ebenfalls fähig ist die CorelDraw Graphics Suite (einmalig 719 Euro) sowie Pixelmator (einmalig 19,99 Dollar). Letzteres läuft allerdings nur auf Apple-Betriebssystemen. Zudem existiert zirka ein Dutzend weiterer Programme, die sowohl in Sachen reiner Bildbearbeitung als auch Grafikerstellung sehr viel liefern.

Doch ganz gleich, welches dieser leistungsfähigen Tools Sie heranziehen, sie alle können einige starke Gründe ins Feld führen, warum Sie als Vertriebsperson damit eine gewisse Routine besitzen sollten – und eines davon auf Ihren Arbeitsrechner gehört. Damit sind diese Fähigkeiten definitiv als Erweiterung digitaler Kompetenzen zu verstehen.

1. Der Schutz von Bildern

Wasserzeichen als digitaler Diebstahlschutz
stock.adobe.com © Roman Sigaev

Es gibt eine Menge guter Gründe, als Vertriebler Fotos zu erstellen oder zu verwenden. Beispielsweise für Produkte oder den informativen Teil der Firmen-Website. Jedoch ist es bei allen öffentlich vorhandenen Bildern äußerst leicht, sie herunterzuladen und missbräuchlich als seine eigenen auszugeben. Zwar kennt das österreichische Urheberrecht hiergegen wirksame Mittel, allerdings ist es oftmals schwierig, diese überhaupt erst zur Anwendung zu bringen.

Besseren Schutz bietet es, solches Material von vornherein zu schützen – mit Wasserzeichen.

Bei Photoshop gelingt dies mit einigen wenigen Mausklicks; kaum schwieriger ist es bei den anderen Programmen. Der Erfolg: Das Wasserzeichen wird automatisch mitheruntergeladen, ist unveränderbar. Dadurch ist der Nachweis einer Urheberrechtsverletzung um ein Vielfaches leichter. Zudem sind die Eigentumsverhältnisse am Werk jederzeit einsehbar.

2. Anpassung an Ihr Corporate Design

Corporate Design kennen Sie höchstwahrscheinlich als einen bedeutenden Eckpfeiler der Corporate Identity. Doch enthält diese Philosophie verschiedene Bausteine. Darunter beispielsweise das distinktive Aussehen von Fotografien. Etwa bewusste Farbstiche, Unschärfen und dergleichen.

Derartige Dinge lassen sich mit der (Smartphone)Kamera allein nur zu einem gewissen Teil erzielen. Wünschen Sie mehr, benötigen Sie ein Bildbearbeitungsprogramm. Hierbei kommt es GIMP, Photoshop und den anderen Vertretern zugute, dass sie Ihnen praktisch keinerlei Grenzen der Bildmanipulation setzen.

Ganz gleich, ob es sich nur um das Geraderücken eines schiefen Bildes, einen optimierten Bildausschnitt oder komplexere Arbeiten wie Farbschattierungen, Beschriftungen und ähnliches handelt: Solche Programme geben Ihnen verlässliche Hilfe. Zudem ist es fast immer möglich, einmal vorgenommene Einstellungen zu speichern. Dies garantiert, dass sich verschiedene Fotos (automatisiert) anhand derselben Parameter verändern lassen.

3. Ästhetische Optimierung von Bildmaterial

Optimierung in Monochrom mit leichter Faltenglättung.
stock.adobe.com © Rido

Zwischen einem technisch guten Foto und einem, das wirklich rundherum gelungen ist (insbesondere aus einer marketingtechnischen Sicht) können mitunter dramatische Differenzen bestehen. Heißt, Sie können ein technisch perfektes Foto erstellen, das sich dennoch (noch) nicht dazu eignet, Kunden zu begeistern.  

Oft sind es lediglich Nuancen. Vielleicht eine unschöne Lichtreflexion, eine Stofffalte oder eine kleine Hautunreinheit. Derartige Dinge sind zwischen Produktfotos und solchen, mit denen sich Ihr Team im Netz präsentiert, vielfach vorhanden. Bildbearbeitungsprogramme geben Ihnen in dieser Hinsicht ein sehr mächtiges Werkzeug in die Hand, ohne Grafiker bemühen zu müssen.

Letzten Endes gibt es nichts, was ein solches Tool nicht verändern könnte. Das Glätten von Gesichtsfältchen beispielsweise oder das Entfernen einiger Fassadenverschmutzungen bei einem Foto Ihrer Firma sind definitiv leichte Übungen. Tatsächlich sind die Programme so fähig, dass Sie sich selbst Grenzen setzen müssen, damit ein Bild nicht unrealistisch und künstlich wirkt.

4. Weitgehende grafische Gestaltung

Einmal angenommen, Sie möchten …

  • bei jedem Foto auf der Firmen-Website den Namen des Abgelichteten angeben.
  • das Startseiten-Foto der Homepage Ihrer Firma mit einer halbtransparenten Textbox in den Corporate Colors versehen.
  • ein einzigartig wirkendes Diagramm erstellen, dem man nicht sofort ansieht, dass es mit einem normalen Office-Programm angefertigt wurde.
  • für eine Präsentation knackig wirkende Überschriften mit einem Eyecatcher-Effekt gestalten.
  • neue Visitenkarten für sich und das Team gestalten.
  • verschiedene Grafiken erstellen, um sie in einen überzeugenden Flyer einzubauen.

In solchen und vielen anderen Fällen ist es nötig, mit grafischen Elementen zu arbeiten. Linien, geometrische Formen, Farbverläufe, Deckungskräfte, Schriftarten, Umrandungen, Schattierungen und vieles mehr.

Dann sind einmal mehr Bildbearbeitungsprogramme Ihre leistungsstarken Helfer. Zumal Sie sie so einsetzen können, dass Sie selbst diktieren, wie das Endergebnis aussehen soll – ohne Korrekturschleifen und Änderungsvorschläge. Plus: Allen Grafikprogrammen gemein ist, dass sie derartige Projekte in einem bearbeitbaren Format abspeichern können. Bei Photoshop beispielsweise das .PSD-Dateiformat – welches sich allerdings auch mit GIMP und einigen anderen Programmen öffnen lässt. Hier ist typischerweise eine umfassende Interkompatibilität zwischen den Programmen und ihren Dateiformaten gegeben.

Sollten Sie dann beispielsweise nochmals etwas ändern oder bestimmte Attribute für eine andere Grafik kopieren wollen, können Sie sie einfach aus dieser Datei entnehmen.

Zusammengefasst

Es gehört zwar höchstwahrscheinlich nicht zu Ihrem täglichen Anforderungsportfolio, mit Fotos oder Grafiken zu arbeiten. Dennoch lohnt es sich für Sie unbedingt, sich im Umgang mit professionellen Bildbearbeitungs- beziehungsweise Grafikprogrammen zu schulen. Diese können deutlich mehr als herkömmliche Apps oder Programme. Außerdem sind die meisten so gestaltet, dass man mit Ihnen gute Ergebnisse erzielen kann, ohne ein professioneller Grafiker zu sein.

Dadurch werden diesbezügliche Teile Ihrer Arbeit leichter. Außerdem erlangen Sie Fähigkeiten, die es Ihnen ermöglichen, ein breiteres Spektrum von Arbeiten abzudecken, anstatt sich auf andere verlassen zu müssen.

Gastartikel von Jonathan Friedrich

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