DSGVO und der ganz normale Wahnsinn im Vertrieb

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Seit 25. Mai 2016 gilt die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) nun in der gesamten Europäischen Union. Die große Unruhe, die dieses Regelwerk in den Tagen vor dem 25. Mai in fast allen österreichischen Unternehmen ausgelöst hat, ist uns noch allen bewusst.

Es häuften sich Emails, wo der Empfänger dazu aufgerufen wurde, weiterhin Abonnement eines Email-Newsletters zu bleiben. Dabei geht es darum, dass der Empfänger seine Einwilligung gibt, da ja in Hinkunft jede Form der automationsunterstützten Datenspeicherung durch die DSGVO besonderen Auflagen ausgesetzt ist und ein Versender eines Newsletters immer in der Beweislast steht.

Verständlich? Eher nein, oder? Die gesamte Verordnung des Europäischen Parlaments ist unklar und unverständlich formuliert. In 99 unübersichtlichen Artikeln wird die EU fortan den Datenverkehr regeln. Fragt sich nur wie?

Bei jedem Besuch, im Autohaus, in der Apotheke oder beim Sportartikelhändler (ja selbst beim Arzt) meines Vertrauens musste ich eine Einverständniserklärung unterschreiben, um die seit Jahren bestehende Geschäftsverbindung neuerlich zu »legitimieren«. Unzählige Formulare sind dabei zu unterschreiben. Wer bezahlt meine Zeit, ganz zu schweigen von jener Zeit, die diese Administration für die beteiligten Unternehmen bedeutet? Das kann sich natürlich nur in dem vom Kunden zu bezahlenden Preis auswirken. Oder? Größere Unternehmen werden sich einen eigenen Datenschutzbeauftragten anstellen müssen und in kleineren Firmen sind es halt die Eigentümer.

Die DSGVO sollte es eigentlich den »großen Internetkonzernen« einmal so richtig zeigen.  Mit diesem Gesetzesirrsinn werden aber vor allem Klein- und Mittelbetriebe getroffen.

Wie ernst es die Verantwortlichen der EU mit dem Datenschutz und dem Kampf gegen »die Konzerne« nehmen, haben sie in diversen Anhörungen und Gesprächen mit Amazon, Google oder Facebook schon bewiesen. Rausgekommen ist dabei noch nicht wirklich viel. Denn die Konzerne „richten“ es sich weiter so wie es ihnen passt.

Diese Europäische Union hat große (wichtigere) Probleme zu lösen. Und dieses Gesetz hat das Zeug dazu, kleine Unternehmen an den Rand des Untergangs zu führen. Kann das, das Ergebnis eines sinnvollen Datenschutzes sein?

Dieser Artikel stammt von Christian Klepej, aus seinem Editorial in der neuesten Ausgabe des FAZIT-Magazins. Er könnte treffender nicht sein. Auch Sascha Lobo (Autor und Internet-Experte) hat in seinem Spiegel-Artikel den Nagel auf den Kopf getroffen. Auch das Video von RA Christian Solmecke zeigt diesen ganz normalen Wahnsinn auf. So zeigt dieser Beitrag den Irrsinn der DSGVO, den eine simple Übergabe einer Visitenkarte (z. B. durch einen Verkäufer bei seiner Vertriebstätigkeit), datenschutzrechtlich mit sich bringt.

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Ein Kommentar zu DSGVO und der ganz normale Wahnsinn im Vertrieb

  1. Gerald sagt:

    Aber Vertrieb geht doch über die reinen „technischen“ Fakten weit hinaus. Jedenfalls wenn er richtig betrieben wird.

    Sich Daten von Kunden zu notieren oder diese gar zu speichern, um für den Kunden bessere Gespräche auf Augenhöhe führen zu können, ist nach DSGVO künftig ohne Einwilligung nicht mehr erlaubt. Nennt sich OptIn! 😉

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