TikTok Marketing

Gastbeitrag: TikTok im Vertrieb und Marketing?

TikTok auf der Überholspur: Zielgruppe, Statistiken & Werbemöglichkeiten

In ihren Anfängen wurde die Social-Media-App TikTok oft belächelt. Es seien dort nur Kinder unterwegs, die mit Lip-Syncing und Tänzen Aufmerksamkeit erhaschen wollen. Das hat sich spätestens seit dem Corona-Lockdown, als jede/r auf einmal sehr viel Zeit zur Verfügung hatte, geändert. Vor kurzem war die App selbst Teil einer politischen Zeichensetzung in den USA. Wer sich auf TikTok herumtreibt, was diese Personen dort machen und welche Werbemöglichkeiten für Unternehmen diese APP bietet, gibt es dieses Mal in einem Gastbeitrag, im Blog von Menschen im Vertrieb, zu lesen.

Downloadzahlen

Hinter TikTok steht das chinesische Internet-Technologieunternehmen ByteDance. Dort befinden sich ebenso die meisten NutzerInnen der App. Von den circa 800 Millionen aktiven Tiktokern kommen 500 Millionen aus China.

Nach dem Zusammenschluss mit der Social-Media-App musical.ly im Jahr 2018 startete der Erfolg zunehmend auch international. Die steigende Beliebtheit lässt sich leicht an den immensen Downloadzahlen im App Store ablesen. So überholte TikTok andere Social-Media-Giganten wie Facebook, Instagram, YouTube und Snapchat im letzten Quartal 2019.

Zwar kommt die App damit bei Weitem nicht an die Nutzungszahlen dieser Social-Media-Unternehmen heran, aber das Besondere ist das schnelle Wachstum der NutzerInnen. Zum Vergleich: In den USA hat TikTok etwas über 30 Millionen aktive NutzerInnen, Instagram hingegen über 110 Millionen. Jedoch konnte TikTok allein in 2019 735 Millionen Downloads verzeichnen.

Demographische Daten der NutzerInnen

Dass sich auf TikTok hauptsächlich Jugendliche und junge Erwachsene befinden, bestätigt die demographische Analyse der NutzerInnen. Über zwei Drittel, nämlich 69%, zählen zu der Altersgruppe zwischen 16 und 24 Jahren. Nur 15% sind über 30 Jahre alt. Außerdem verwenden mehr Frauen als Männer die App. Das Verhältnis der Geschlechter liegt bei 60 zu 40. Ob am Betriebssystem Apple oder Android, macht wenig Unterschied.

Wenn man die demographischen Merkmale der NutzerInnen in asiatischen Ländern wie China, Indonesien oder Malaysien betrachtet, fällt auf, dass der Altersdurchschnitt hier bereits höher liegt. So gibt es einen höheren Anteil an 25 bis 34-Jährigen, als 16 bis 24-Jährigen. Dieses Phänomen hat sich in der Vergangenheit genauso bei anderen Social-Media-Apps, wie Facebook oder Instagram, gezeigt. Die Jungen legen vor und die Älteren ziehen erst mit zeitlicher Verzögerung nach.

Geteilte Inhalte

Wofür wird die Plattform genutzt, welche Inhalte werden geteilt und worauf kommt es an, wenn man dort als Unternehmen Erfolge verzeichnen möchte?

Zuallererst sei gesagt: Content auf TikTok ist zu Zwecken der Unterhaltung da. Das bedeutet, dass er entweder witzig, motivierend, informierend oder alles auf einmal sein sollte. Geteilt werden grundsätzlich Videos mit einer Dauer von 15 bis 60 Sekunden. Diese lassen sich anhand verschiedener Filter sowie Funktionen wie Duette oder Musik-Untermalung personalisieren.

Etwas, das auf TikTok besonders gefragt ist, sind Challenges. Egal, ob es sich dabei um einstudierte Tänze zu bekannten Liedern („Blinding Lights Challenge“), bestimmte Reaktionen auf Töne oder Lieder („#tumbleweedchallenge“) oder das Finden von kreativen Wortwitzen („#dontleavemechallenge“) handelt. Alles ist erlaubt – Hauptsache, es amüsiert und animiert.

Abgesehen davon wird TikTok auch immer öfter dazu genützt, um auf soziale Missstände aufmerksam zu machen oder politische Statements abzugeben.

TikTok für Unternehmen

Aus Vertriebs- und Marketingperspektive hält TikTok Werbung eine Menge bisher ungenütztes Potential bereit. Zum heutigen Zeitpunkt treiben sich noch relativ wenig Firmen auf dieser Social-Media-Plattform herum, was den Konkurrenzdruck verringert und die Handlungsfreiheit für werbende Unternehmen erhöht. Wenn Unternehmen gezielt eine sehr junge Zielgruppe, auch im klassischen Vertrieb, ansprechen, dann ist das die richtige Plattform.

Um herauszufinden, ob die App für ein Unternehmen und deren Zielgruppe (eher junge Zielgruppen) relevant ist, empfiehlt es sich zunächst nach branchen-relevanten Hashtags zu suchen. Dabei stößt man eventuell auf direkt oder indirekt konkurrierende Betriebe und kann sich sogleich von ihnen inspirieren lassen. Ein Bild davon zu bekommen, wie diese TikTok für sich nutzen und gleichzeitig zu sehen, wie erfolgreich sie damit sind, könnte dabei helfen, den richtigen Weg für das eigene Unternehmen zu finden.

Die Nutzungsmöglichkeiten sind sehr vielfältig. Auch im Personalbereich oder im Recruiting kann TikTok sinnvoll eingesetzt werden. So können z. B. Videos unter dem Hashtag „#lovemyjob“ Einblicke hinter die Kulissen eines Unternehmens geben und fördern so die Reputation des Unternehmens als Arbeitgeber. Beispiele wären kurze Clips von zufriedenen MitarbeiterInnen oder eine Einführung in typische Tätigkeiten des Berufsalltags. Andererseits unterstützt gezielte Werbung sowie Produktplatzierung die Vermarktung von angepriesenen Produkten und Dienstleistungen.

Tipps für effektives TikTok-Marketing

  • Der Name des TikTok-Accounts sollte an andere Social-Media-Kanäle angepasst werden. Dadurch wird die Suche für interessierte NutzerInnen erleichtert. Zusätzlich können etwa Facebook-, Instagram- oder Twitteraccounts in der Bio verlinkt werden.
  • Durch Postings in Echtzeit und in regelmäßigen Abständen wissen die FollowerInnen, wann sie neuen Content erwarten dürfen und warten dementsprechend gespannt auf die Veröffentlichung weiterer Videos.
  • Da die Altersgruppe von TikTok vermutlich mit der Zeit älter werden wird, gilt es jetzt zu handeln. Dabei genießt man dank wenig Konkurrenz mehr Freiheit im Handeln und kann verschiedene Dinge ausprobieren, um zu sehen, was funktioniert und was nicht.
  • Challenges stellen einen großen Teil der geposteten Inhalte auf TikTok dar. Mit einer guten, kreativen Idee für eine neue Challenge erlangt man schnell einen Boost des eigenen Bekanntheitsgrades.

Fazit: TikTok ist keinesfalls zu unterschätzen

TikTok bietet (noch) viel Spielraum für Unternehmen, die App auf individuell passende Weise für sich einzusetzen. Einige große Marken, wie z. B. Gymshark oder Hollister, haben den Schritt schon gewagt und das Potential dieser Social-Media-Plattform erkannt.

Möglicherweise ergibt sich mit diesem Medium gerade für Startups eine Chance, jetzt bei einer jungen Zielgruppe zu punkten und damit eine schnelle Markenbekanntheit zu erlangen.

Zu Abschluss noch ein Beispiel für den aktuellen Song JERUSALEMA, der sich über TikTok in der ganzen Welt verbreitet hat. Und die dazupassende Tanz-Challenge gibt es auch schon auf TikTok!

#jerusalemachallenge

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