Tesla Elektromobilität

Gewinner und Verlierer in der Autobranche

Die Automobilhersteller sind unter Druck wie nie zuvor. Die Klimakrise und jetzt die Corona-Pandemie tragen das ihre dazu bei.

Der deutsche Automarkt ist im April unter dem Eindruck der Corona-Krise eingebrochen. Wie das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg letzte Woche mitteilte, bedeuteten rund 120.000 Pkw-Neuzulassungen im vergangenen Monat April insgesamt ein Minus von 61,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit ging es deutlich stärker abwärts als je zuvor. Der niedrigste Wert an Neuzulassungen in einem Einzelmonat in Deutschland hatte bisher bei 165.000 im August 1991 gelegen.

Im April 2020 wurden in Deutschland aber auch 10,4 Prozent mehr Tesla-Fahrzeuge zugelassen, als noch im Monat März 2020. Und das wie bereits erwähnt, obwohl sich der Gesamtmarkt, siehe oben, erheblich reduziert hat.

Während Tesla den Absatz deutlich steigern konnte, vermelden besonders die deutschen Auto-Konzerne einen starken Rückgang. So wurden in der BRD im April knapp 50 % weniger VW-Fahrzeuge zugelassen, als noch im letzten Jahr. Wenn man alle Automarken betrachtet, ist der Anteil der Zulassungen bei Smart am stärksten gesunken. Die Zahl reduzierte sich um fast 95 %.

Bei einem Blick auf die Kurse der Aktien der Automobilindustrie zeigt sich ein ähnliches Bild. Während der Tesla Börsenwert im Jahr 2020 rund 99 Prozent nach oben schoss, verringerten sich die Kurse von Porsche, BMW, Mercedes und VW um bis zu 40 %. 

Während die meisten Automobilkonzerne erhebliche Einbußen beklagen mussten, scheint Tesla relativ gut durch die Corona-Pandemie gekommen zu sein. Neueste Studien zeigen sogar, dass das Interesse an E-Mobilität im Zeichen der Krise sprunghaft angestiegen ist. Tesla als klarer Marktführer in diesem Segment kann offensichtlich überproportional von dieser Entwicklung profitieren.

Innovationen als Schlüssel um aus der Krise zu kommen?

Um wieder mehr absetzen zu können, sind alle Autohersteller gerade in Zeiten wie diesen gezwungen, jährlich enorm hohe Summen in Innovationen zu investieren. Alleine im vergangenen Jahr gab es rund 1.500 Neuentwicklungen weltweit. Den immer schnelleren Innovations-Takt der Autobranche bestimmen dabei nur wenige besonders technologiestarke Player, die auch den größten Teil der Neuigkeiten auf sich vereinigen. Dabei liegen wieder die deutschen Automobilhersteller im Spitzenfeld.

Der amerikanische Hersteller FORD punktete in den letzten Jahren bei Produkteinführungen und Facelifts mit einer Reihe von Innovationen. Zu den Hauptverlierern in den vergangenen Jahren zählte der Toyota-Konzern aus Japan. Die Asiaten rutschen im Ranking der innovativsten Konzerne aus den Top-10 und belegen nur noch auf den elften Rang. 

Im Ranking der innovationsstärksten Marken führen die deutschen Automarken Mercedes, BMW und die VW-Gruppe. Auch Volvo zählt nach wie vor zur Gruppe der innovativsten Hersteller.

Ist Tesla die Zukunft in der Autobranche?

Als Tesla schon im März in China und mitten in der Covid_19-Krise einen Rekordmonat hinlegte und gegen den Trend so viele Autos wie noch nie verkaufte, da staunte die ganze Autowelt nicht schlecht.

Auch Tesla hat besonders in den USA mit der Pandemie zu kämpfen. So musste die Firma die Produktion in Kalifornien im Stammwerk vorübergehend schließen. Entgegen behördlicher Anweisungen lies aber Elon Musk das Werk wieder hochfahren. Irgendwie befindet sich auch Tesla wie auf einer Hochschaubahn, mal oben, dann wieder unten.

Trotzdem: Nach Expertenansicht hat Tesla besonders gute Chancen, zu den Gewinnern der Corona-Pandemie zu gehören. Das Unternehmen profitiert extrem von seinem klaren Fokus auf den E-Motor und von seiner schlanken und extrem modernen Produktion. Die Auftragsbücher sind nach Angaben von Tesla mehr als voll, der Vertrieb verlagert sich immer mehr ins Digitale (dadurch sinken die Vertriebskosten) und eine wirkliche Konkurrenz ist bei den E-Autos derzeit noch nicht wirklich zu spüren. Das Vertrauen der Börsianer ist wie schon erwähnt, entsprechend hoch.

Die deutschen Autobauer verfolgen jedenfalls ganz genau, wie Tesla die Krise meistert. Denn wie es aussieht, wird der US-amerikanische Hersteller mit seiner neuen Gigafactory in der Nähe von Berlin künftig noch mehr Druck am Markt ausüben.

Neues Direktvertriebsmodell von Mercedes Benz in Europa

So bereitet sich Mercedes, zumindest im Vertrieb, schon ganz intensiv auf den noch härteren Wettkampf in Europa vor. Mercedes-Benz arbeitet, nach einem ersten Pilotmarkt in Schweden, auch an einem neuen Vertriebsmodell in Österreich, das im Jahr 2021 starten soll. Gesetzt wird hierbei auf den ausschließlichen Direktvertrieb von Neufahrzeugen.

Das direkte Vertriebsmodell sieht vor, dass es einheitliche Preise von Mercedes-Benz Neufahrzeugen im jeweiligen Land gibt. Derzeitige Händler werden neben der Werkstättenfunktion, damit zu Probefahrt- und Auslieferungsstätten degradiert.

Der Kaufprozess soll dadurch vereinfacht und stärker digitalisiert werden. Die Kunden sollen damit auch mehr Preistransparenz erhalten. So ist es zumindest in einer Aussendung des Stuttgarter Automobilkonzerns zu lesen. Unterschiedliche Preise bei verschiedenen Händlern gehören dann der Vergangenheit an. Ebenso wird es Preisverhandlungen und Rabattschlachten nicht mehr geben. Temporäre Preisaktionen soll es aber weiterhin geben, die dann unabhängig vom Verkaufsstandort überall im jeweiligen Land gleich sind. 

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