Euphorie des Positiven: Der Vertrieb nach Corona

Wie wird die Pandemie unseren vertrieblichen Alltag verändern? Welche einschneidenden Veränderungen werden uns in Zukunft begleiten? Welche Szenarien scheinen möglich?

Nudeln und Konserven werden gehamstert, Toilettenpapier landet in rauen Mengen in den Einkaufswägen, Lysoform und anderes Desinfektionsmittel werden fast schon zu Schwarzmarkt-Preisen gehandelt. Geht die Welt unter oder erleben wir einen neuen Wirtschaftsaufschwung nach der Krise? Eines ist klar: Nach der Covid19-Krise ist nichts mehr, wie es einmal war. 

Der Versuch einer Zeitreise in die Zukunft!

Stellen wir uns folgende (positive) Situation vor: Es ist März 2021. Die Corona-Krise hatte die Welt im Jahr 2020 fest im Griff. Trotz der kurzfristig aufkommenden Ausweglosigkeit, hat die Welt den kollektiven Burnout überlebt. Einer weltweiten Impfaktion sei Dank.
Die (schon vor der Krise gesunden) Unternehmen haben sich von der allgemeinen Starre wieder gelöst. Die Wirtschaft läuft wieder. Vielleicht nicht mehr ganz so „globalisiert“, wie vorher, denn die Lieferketten haben sich verändert. In den Produktionen entstehen wieder Zwischenlager und Reservedepots. Regionale Produktionen boomen, die Netzwerke werden lokalisiert und das gute alte Handwerk erlebt eine neue Renaissance. Der Aufschwung macht sich bemerkbar.

Die Gewohnheiten in der Krise werden nun zum neuen Lebensstil nach der Krise. Auf einmal bestellen wir Lebensmittel vorwiegend online, wir schauen verstärkt auf regionale Produkte und wir wundern uns, wie schnell diese modernen Techniken des Digitalen sich in der Praxis durchgesetzt haben. Videogespräche und Telefonkonferenzen, gegen die sich die meisten Vertriebler immer gewehrt haben (die Business-Class war einfach mehr Statussymbol), stellen sich als gewinnbringend, sinnvoll und vor allem bequem heraus.

Bleisure Travel als neue Dienstreise

Sales-Manager, die vor lauter Hektik, Stress und „wichtiger Termine“, nie zur Ruhe kamen, haben plötzlich Zeit für die Familie, genießen einen gemeinsamen Spaziergang mit dem Hund und denken auf einmal über den Sinn des Lebens nach. Die wenigen internationalen Dienstreisen, die der International-Key-Accounter noch machen muss, kombiniert er so, dass er diese Dienstreise, gemeinsam mit seiner Liebsten, auch mit einen privaten Trip kombiniert. Aus dem Business Traveller wird 2021 ein Bleisure Traveller.

Die Veränderungen im Zuge der Covid19-Krise in der Arbeits- und Lebenswelt hat eben auch die Geschäftsreisen des Vertrieblers erfasst. „Bleisure“ ist dabei mehr als nur der Wunsch nach mehr Freizeit. Wer nach dem letzten Termin nicht sofort zum Flughafen hetzen muss, ist auch beim nächsten Kundentermin einfach entspannter.

Die Vertriebler im Jahr 2021 sind nicht mehr so „umsatzgeil“ wie vor der Krise. Die Gemeinschaft und der gemeinsame Erfolg verdrängen den Hedonismus und den auf der früheren Welt herrschenden Egoismus. Apropos Egoisten: Trump wurde im November 2020 nicht mehr wiedergewählt und die AFD ist inzwischen in Umfragen nur mehr eine Kleinpartei für die ewig Gestrigen.

Das Freudegefälle hat endlich ein Ende

Humor und Mitmenschlichkeit hat endlich auch im Vertrieb Einzug gehalten. Man hilft sich gegenseitig, bildet eine Kollaboration mit seinen früheren Mitstreitern im Vertrieb und arbeitet in echten Vertriebsteams zusammen. Der Vertriebsinnendienst ist nicht mehr Feind und das „Freudegefälle„, zwischen den unterschiedlichen Mitarbeitern im Lager, in der Verwaltung, der Produktion und dem Verkauf, ist durch eine teamorientierte Entlohnung, an der jetzt endlich jeder im Unternehmen mit partizipieren darf, verschwunden. Verkaufswettbewerbe sind passé und die wöchentlichen Umsatzzahlen rauben nicht mehr den Schlaf des Verkäufers. Sogar die Vermögensverluste, die er durch den Börseneinbruch vor einem Jahr erlitten hat, schmerzen nicht mehr so, wie es sich am Anfang anfühlt hatte. In dieser neuen Welt 2021 spielt Vermögen plötzlich nicht mehr die entscheidende Rolle. Viel wichtiger sind gute Freunde, nette Kollegen und ein blühender Gemüsegarten.

Der slowenische Philosoph Slavo Zizek sagte bereits 2020:“ Jede Tiefenkrise hinterlässt eine Story, ein ganz bestimmtes Narrativ, das weit in die Zukunft weist. Eine der stärksten Eindrücke, die das Coronavirus hinterlassen hat, werden auch 2021 noch die musizierenden Italiener auf ihren Balkonen sein.“
Eine zweite Geschichte, die wir niemals vergessen werden, sind die Satellitenbilder, die plötzlich die Industriegebiete Chinas und Italiens frei von Smog zeigen. 2020 ist der CO2-Ausstoss der Menschheit zum ersten Mal gefallen.
Diese Geschichten haben auch den Vertrieb nachhaltig verändert.

Es wurde uns klar, wenn das Virus so etwas kann – dann können wir das auch! Der Virus war nur eine Botschaft aus der Zukunft. Auch der Vertrieb hat seine neue Richtung gefunden. Die Einzelkämpfer und Starverkäufer von Einst sind Geschichte!

System herunterfahren.
NEUSTART!
Musik auf den Balkonen!
GEMEINSAMKEIT!
So geht Vertrieb in Zukunft.

Mit Inspirationen von Matthias Horx, www.zukunftsinstitut.de

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