Der Vertrieb – ein schmutziges Geschäft?

„Versicherungskeiler“, „Klinkenputzer“, „Staubsaugervertreter“, „Dampfplauderer“. Wer im Vertrieb arbeitet, muss sich leider viel gefallen lassen. Viele tun so, als wäre es ein schmutziges, unseriöses Geschäft, Produkte oder Dienstleistungen zu verkaufen. Warum gilt es den bei der Allgemeinheit als ehrenswert, sich dieselben Produkte auszudenken, etwa als Entwicklungsingenieur; oder als kreativ, dieselben Dienstleistungen zu bewerben, als Werbe- oder Marketingspezialist? Tatsächlich ist aber der Vertrieb die wichtigste Abteilung von allen.

In Wirklichkeit ist es doch so: Was der Stürmer beim Fußball, ist der Vertriebsmitarbeiter in den Unternehmen – er erzielt die Treffer, macht die entscheidenden Tore. Er ist die Speerspitze der ganzen Firma am Markt!

Wie schwer das Verkaufen wirklich ist, beschreibt folgende Aussage: „Viele Kunden wollen nicht nur vom Produkt, sondern auch vom Preis überzeugt werden. Einem Verkäufer muss es gelingen, die Leistungen der anderen Abteilungen in Umsatz zu verwandeln, nur dann floriert ein Unternehmen. Die tollsten Ideen der Entwicklungsabteilungen – was bringen sie ohne einen guten Vertrieb? Und „Marketing-Kampagne“ ist oft nur ein anderes Wort für „Geldverschwendung“ – bis der Vertrieb jeden Cent, der ausgegeben wurde, wieder reinholt. Die Unternehmen wissen, was sie an guten Vertrieblern haben: Starverkäufer verdienen meist mehr als ihr direkter Chef, der Vertriebsleiter.“

Umso enttäuschender ist es, dass immer noch viele Uni-Absolventen beim Blick auf den Vertrieb ihre Nase rümpfen: „Etwas verkaufen? Das ist ja unter meiner Würde!“ Dabei übersehen sie oft, dass Erfahrungen im Vertrieb wertvoll fürs Leben und für die Karriere sind. Wer verkauft, spricht mit Kunden. Wie ein Markt funktioniert, wo die Potenziale liegen und welche Unterschiede es zwischen Managementtheorie und Geschäftspraxis gibt – all das erfährt man als Verkäufer aus erster Hand. Nebenbei wird auch die Rhetorik und die Empathie geschult. Wer es darin zur Meisterschaft bringt, Kunden von einem Produkt zu überzeugen, wird es auch meisterlich verstehen, seine Vorgesetzten von sich und seinen Ideen zu überzeugen. Er lernt die Kunst der eigenen Selbst-PR. Und er wird am selben Maßstab gemessen, der auch im Management zählen sollte: an den Ergebnissen. Nicht umsonst begannen viele Vorstände und Geschäftsführer einmal als Verkäufer. Solche Leute führen meist deutlich praxisnäher als Manager, die den Kunden nur vom Hörensagen kennen.

Der Vertrieb ist kein schmutziges Geschäft, im Gegenteil: Er ist mehr den je die heutige und zukünftige Talentschmiede schlechthin.

Quelle: Zeit online

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4 thoughts on “Der Vertrieb – ein schmutziges Geschäft?”

  1. Vertrieb ist der Grundstein eines Unternehmens welches über dieses System verkauft. Deswegen ist es so wichtig, dass die innere Struktur und Organisation des Unternehmens darauf ausgelegt ist. Das erste und oft auch das einzige was der Kunde von einem Unternehmen sieht , erlebt und wahr nimmt ist der Aussendienst- Mitarbeiter. Aus dieser Beziehung werden Rückschlüsse auf die Kultur und arbeitsweise eines Unternehmen vom Kunden intuitiv gebildet. Vertrieb ist an erste Stelle „ the face“ der Firma. Erst danach werden die anderen Dienste wie Bestell- und Lieferwesen, Rechnungs- und Angebotswesen in Anspruch genommen und vom Kunden beurteilt. Über den Verbleib und die Treue des Kunden zu dem Unternehmen entscheidet neben der Zufriedenheit und dem Preis die gute Beziehung zum Vertriebsmitarbeiter.

  2. Vertrieb ist meiner Meinung nach das ehrlichste Geschäft der Welt. Auch im Versicherungsvertrieb haben wir mitlerweile klar strukturierte Prozesse und stellen den Kunden in den Mittelpunkt. Wir versuchen uns zu spezialisieren auf KFZ- , Autoversicherung und Baufinanzierung. Wer seine Arbeit gut macht, kann auch etwas verdienen. Allerdings ist die Digitalisierung, gerade im Vertrieb mit einer Neuausrichtung des Vertriebs unausweichlich und somit werden andere Kompetenzen benötigt.

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