Gastbeitrag: Werbegeschenke – Pro und Kontra

Die einen gehen alternative Wege, für die anderen funktionieren sie wie eh und je: Werbegeschenke. Unternehmen müssen sich ständig mit der Frage beschäftigen, wie sie neue Kunden gewinnen und an sich binden können. Eines der am häufigsten gewählten Mittel dafür sind die Werbegeschenke.

Doch sie werden von Zeit zu Zeit auch mal kontrovers diskutiert. Gerade durch das Internet hat sich das Verhalten von Kunden verändert, denn viele Geschäfte finden online statt und das klassische, physische Werbegeschenk kommt so nicht immer auf die gleiche Weise zum Einsatz wie früher. Doch spricht nun mehr dafür oder dagegen, Werbegeschenke als Marketing-Tool zu nutzen?

Pro Werbegeschenke: Große Stückzahl, kleiner Preis

Ein Top-Argument für Werbegeschenke ist noch immer, dass sie schnell und kostengünstig zu produzieren sind. Das gilt vor allem dann, wenn sie in hoher Stückzahl bestellt werden. Dann kann mit einer Großbestellung das Werbesortiment für mehrere Veranstaltung oder Büroräume erledigt werden. Typische Werbegeschenke mit geringem Stückpreis sind Schreibblocks, Kugelschreiber, Süßigkeiten und Einkaufschips.

Sie bringen die typischen Vorteile von Werbegeschenken mit sich:

  • Werbeartikel bleiben in Erinnerung (70 % Erinnerungswert an die Marke)
  • 90 % der Menschen nutzen Werbeartikel wirklich (69 % sogar mit Begeisterung)          
  • erreichen im Durchschnitt pro Tag 89 % der Bevölkerung                    
  • bleiben über 1 Jahr im Besitz (62 % der Artikel)

Mehr Zahlen und Faktoren zur Wirksamkeit findet man hier: Werbeartikel wirken. Doch gibt es auch Kritikpunkte?

Kontra Werbegeschenke: Zu viel des Guten und Umweltfreundlichkeit

Da Werbegeschenke von vielen Unternehmen genutzt werden, kommt es manchmal dazu, dass Kunden bereits viele Produkte haben, die dann wiederum „in Konkurrenz“ stehen. Daher entscheiden sich viele Unternehmen dafür, kreativere Geschenke zu wählen. USB-Sticks, Taschen oder hochwertige Victorinox Werbeartikel verlangen eine größere Investition – heben sich allerdings auch von der Konkurrenz ab.

Ein höheres Umweltbewusstsein bei Kunden führt dazu, dass sie bestimmte Werbegeschenke ablehnen. Kleine Süßigkeiten-Tütchen verursachen Plastik und viele Menschen schreiben lieber mit nachfüllbaren Stiften als mit Kugelschreibern. Auch das führt wieder dazu, dass Unternehmen mehr Geld in die Hand nehmen müssen, wenn sie auf Werbegeschenke setzen – zum Beispiel auf Beutel aus umweltfreundlichen Baumwollstoffen.

Pro Werbegeschenke: Kundenbindung

Ein physisches Werbegeschenk wird immer Eindruck hinterlassen. Das liegt daran, dass Menschen Dankbarkeit empfinden, wenn sie etwas geschenkt bekommen. Häufig ist es sogar so, dass diese Dankbarkeit sich in dem Bedürfnis äußert, etwas zurückzugeben – zum Beispiel Treue.

Bietet ein Unternehmen Sprachkurse an und hat sich durch einen bedruckten Flaschenöffner schon einmal bei einem Kunden bekannt und beliebt gemacht, stehen die Chancen gut, dass dieser Kunde mindestens das Angebot des Unternehmens sichtet. Im Supermarkt wird (meist unbewusst) zu einem vertrauten Produkt gegriffen – möglicherweise, weil man vom Unternehmen bereits ein Geschenk erhalten hat.

Außerdem haben physische Geschenke einen Langzeiteffekt: Da (potenzielle) Kunden sie mitnehmen, werden sie auch von anderen Mitgliedern des Haushalts gesehen oder sogar weitergegeben. Das hebt sie besonders von den digitalen Werbegeschenken ab, die oftmals nur für eine Person einen Effekt erzielen und mittlerweile so weit verbreitet sind, dass sie weniger erreichen.

Pro Werbegeschenke: die enorme Auswahl

Bei all den möglichen Problemen, die es mit Werbeartikeln geben kann, bleibt aber eines festzuhalten: Sie sind so vielfältig, dass für jeden etwas dabei ist. Denn möchte ein Unternehmen als umweltfreundlich und nachhaltig gelten, dann werden nun mal „grüne“ Produkte gewählt.

Bestimmte Anlässe können einen unterschiedlichen Bedarf an Werbeartikeln hervorrufen. So ist eine Fachmesse für Unternehmer sicherlich weniger für Einkaufschips geeignet, doch USB-Sticks könnten hier Eindruck hinterlassen. Gleichermaßen ist auf einer Universitätsveranstaltung mit bedruckten Getränkedosen ein guter Effekt zu erzielen, Werkzeuge kommen aber weniger an.

Fazit

Werbegeschenke werden gerne diskutiert, doch die Zahlen zeigen immer noch, dass sie andere Werbemethoden ausstechen. Dass einige Unternehmen auf digitale Werbegeschenke (z.B. Gutscheine oder Gratis-Zugang zu Kursen) oder auf Umweltfreundlichkeit setzen, zeigt eigentlich nur, dass Werbegeschenke sich zwar wandeln können, aber immer noch hoch im Kurs stehen.  

Gastbeitrag von Nicolas Sender

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